Im fruchtbaren Tiefland im Golf von Mexiko zeugen noch heute die mächtigen in Stein gehauenen Kopfskulpturen von der bedeutenden Kultur der Olmeken. Sie waren die ersten, die die unscheinbaren Bohnen rösteten, stampften und mit Wasser zu einem Brei verrührten, um »cacao« zu trinken. Denn das Wort »cacao«, ursprünglich »kakawa« ausgesprochen, gehörte bereits vor 3000 Jahren zu deren Wortschatz.

1500 Jahre später übernahmen die Maya diesen Brauch und kultivierten die Kakaopflanze. Sie schätzten ihre Samen nicht nur als Lebens- sondern auch als Zahlungsmittel. Entsprechend wertvoll war sie damals den Herrschern und dem Adel vorbehalten. Die Maya tranken die Schokolade vermutlich ungesüßt mit bitter-herbem Geschmack und schätzten den Schaum darauf als besonders köstlich.
Mit der Eroberung des Aztekenreiches durch den Spanier Hernán Cortés im 16. Jahrhundert nahm der Siegeszug der kleinen braunen Bohne seinen Lauf. Cortés war es auch, der das mexikanische Wort »tchocoatl« nach Europa brachte, das auf dem Kontinent seit dem 17. Jahrhundert benutzt wird. Wobei »atl« soviel wie Wasser bedeutet und »tchoco« das Geräusch beschreibt, das beim Kochen und Rühren entsteht.

Doch erst der Rohrzucker verhalf der Schokolade zum Durchbruch. Das bittere Kakaogetränk wirkte nämlich auf die Spanier zunächst abstoßend. Später verbesserten Ordensschwestern aus Oaxaca den Geschmack des Kakaos durch Moschus, Vanille und Orangenblütenwasser.